Der Erfolg durch staatliche HPV-Impfprogramme lässt sich in Langzeitstudien beobachten; Australien war eines der ersten Länder mit einer umfassenden Impfaktion: 2007 wurden neun von zehn Mädchen gegen HPV geimpft. Daraufhin ging die Zahl der auffälligen PAP-Befunde um 60 Prozent zurück, bei der Gruppe der unter 21-Jährigen wurden Genitalwarzen praktisch eliminiert. Viele Länder geben Impfempfehlungen für bestimmte Altersgruppen ab.

HPV-Impfung bei Mädchen und Buben

Da HPV sowohl von Frauen als auch von Männern übertragen wird, ist die Impfung für beide Geschlechter sinnvoll. Damit wird die Infektionskette unterbrochen und mit diesem Herdenschutz das Ausbrechen von HPV-bedingten Krebsformen und Genitalwarzen verhindert. Der beste Schutz vor HPV-Infektionen wird erreicht, wenn Mädchen und Buben vor der Pubertät und den ersten Sexualkontakten geimpft werden. Im Impfplan Österreich wird der 9-fach-Impfstoff für Mädchen und Buben zwischen 9 und 12 Jahren in den Schulimpfprogrammen gratis und Nachholimpfungen werden bis 15 Jahre vergünstigt angeboten.

HPV-Impfung nach dem ersten Sex

Grundsätzlich ist eine HPV-Impfung nach dem ersten Sexualkontakt sinnvoll, da nicht jeder Geschlechtsverkehr zu einer Infektion führt und die natürliche Infektion keine Immunität aufbaut. Im Impfplan Österreich ist die HPV-Impfung auch für erwachsene Frauen und Männer empfohlen. HPV-Impfungen für ältere Frauen sind im Gegensatz zum Kinderimpfprogramm kostenpflichtig.

HPV-Impfung nach bestandener Infektion

Eine HPV-Impfung kann auch für Frauen sinnvoll sein, die sich bereits einmal mit dem Virus infiziert haben. Wer eine Infektion erfolgreich bekämpft hat, bei dem besteht keine sichere Immunität. Wenn die Impfung während einer HPV-Infektion erfolgt, hat diese keinen Einfluss auf den Infektionsverlauf. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien mit 17.000 Probanden hat beispielsweise ergeben, dass die HPV-Impfung auch bei Frauen, die bereits eine HPV-Infektion hatten, hoch wirksam ist: Die Häufigkeit der Krebs-Vorstufen sank um zwei Drittel.

Eine Impfung nach einer operativen Therapie einer Krebsvorstufe (CIN) kann eine Wiedererkrankung verhindern und wird daher häufig empfohlen. Eine retrospektive Studie verglich Patientinnen, die nach einer OP immunisiert wurden, mit einer Placebogruppe. Sie zeigte, dass das Risiko einer erneuten Infektion mit einer nachträglichen Impfung um 46,2 Prozent gesunken war.

HPV-Impfung bei immungeschwächten Männer und Frauen

Eine HPV-Impfung wird Männern und Frauen mit reduzierter Immunabwehr, beispielsweise aufgrund von Organtransplantationen, Chemotherapie oder HIV, empfohlen.