Humane Papillomviren (HPV) infizieren die Haut und die Schleimhäute und werden oft über kleine Hautverletzungen, durch direkten Schleimhautkontakt während des Geschlechtsverkehrs oder während der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen. HPV-Infektionen zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen: Die Wahrscheinlichkeit, sich mit HPV zu infizieren, liegt zwischen 75 und 90 Prozent. Eine HPV-Infektion verursacht keine Symptome und wird in der Regel vom körpereigenen Immunsystem gut kontrolliert: in den meisten Fällen heilt eine HPV-Infektion nach ein bis zwei Jahren von selbst ab. Hat das Immunsystem das HP-Virus bekämpft, besteht kein sicherer Schutz gegen genau diesen Virustyp – und gar keiner gegenüber den anderen Virustypen.

HPV und Krebs

Laut WHO-Schätzung sind Viren, Bakterien und Parasiten für etwa 18 Prozent der Krebserkrankungen weltweit verantwortlich. Darunter fallen auch chronische HPV-Infektionen, die nach Jahren Krebserkrankungen auslösen können, wenn sie nicht erfolgreich vom Immunsystem bekämpft wurden. Das geschieht, wenn die Viren in tiefere Haut- und Schleimhautschichten vordringen, sich vermehren und weitere Zellen infizieren. Den Nachweis, dass HPV für Krebserkrankungen, allen voran Gebärmutterhalskrebs, verantwortlich ist, erbrachte der Virologe Harald zu Hausen. Er isolierte Anfang der 1980er Jahre die zwei Virustypen HPV-16 und HPV-18 aus an Gebärmutterhalskrebs erkranktem Gewebe und wies nach, dass diese Viren sich in den Zellkern der Schleimhautzellen integrieren und dort zum unkontrollierten Wachstum führten. Für diese Entdeckung erhielt er 2008 den Nobelpreis für Medizin.

Vorsorge sorgte für weniger Krebserkrankungen

Seitdem der PAP-Abstrich in der jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung durchgeführt wird, ging die Anzahl der Erkrankungen deutlich zurück. Da es einige Jahre dauert, bis eine chronische HPV-Infektion zu Gebärmutterhalskrebs führt, können Zellveränderungen rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden, bevor sie sich über die Zeit zu Krebsvorstufen und Krebs entwickeln. Ein positiver HPV-Test bei Frauen über 30 Jahren erkennt ein Risiko am sichersten. Eine Studie hat gezeigt, dass zwei Drittel der betroffenen Frauen mit Gebärmutterhalskrebs entweder nie eine Krebsvorsorge durchgeführt hatten oder die letzten fünf Jahre vor der Krankheitsentstehung nicht untersucht wurden.