Eine HPV-Infektion ist symptomlos und bleibt daher meist unbemerkt. Sie wird daher lediglich im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen mit dem PAP-Abstrich festgestellt. Ihr Gynäkologe entnimmt mit einem Wattestäbchen Gewebe von Muttermund und Gebärmutterhals, das anschließend auf Zellveränderungen untersucht wird, für die häufig HPV verantwortlich ist. Leichte bis mittlere Zellveränderungen treten bei Frauen unter 30 Jahren häufig auf und bilden sich meist von selbst zurück. Bei Frauen über 30 Jahren ist der HPV- Test die beste Vorsorge; bei einem negativen Ergebnis ist das Risiko für Gebärmutterhalskrebs nahezu null. Ist der Test positiv, muss wie bisher ein PAP-Test durchgeführt werden.

Ein positiver PAP-Befund ist kein Grund zur Beunruhigung, die Zellen sollten allerdings regelmäßig beobachtet werden: Je nach Grad der Zellveränderungen, die der PAP-Abstrich ergeben hat, wird Ihr Arzt die Frequenz der Kontrolltermine anpassen. Eine mögliche weitere Untersuchung aufgrund des Erstbefundes ist eine Koloskopie, mit deren Hilfe Ihr Gynäkologe kleinste Zellveränderungen in 40-facher Vergrößerung erkennt. Falls die Zellen auffällig sind, werden Gewebeproben entnommen und untersucht (Biopsie).

Unterschiedliche HPV-Virustypen

Eine genaue Bestimmung des Virustyps kann helfen, das Risiko für eine mögliche Krebserkrankung individuell zu beurteilen. Die Virengruppe umfasst nämlich mittlerweile über 150 verschiedene Typen, wovon 40 sexuell übertragbar sind. Unter diesen genitalen HPV-Typen zählen 15 zu den Hochrisiko-HPV-Typen. Damit ist gemeint, dass eine HPV-Infektion, die nicht von selbst abheilt und nicht behandelt wird, ein unkontrolliertes Zellwachstum hervorrufen kann. Die Folgen können Gebärmutterhals-, Scheiden-, Vulva-, Anal- und Peniskrebs sowie Tumorerkrankungen im Mund- und Rachenraum sein. Innerhalb dieser Hochrisiko-Gruppe sind HPV-16 und HPV-18 am gefährlichsten: Sie verursachen zu ca. 70 Prozent Gebärmutterhalskrebs und andere HPV-assoziierte Krebsarten. Niedrigrisiko-HPV-Typen hingegen lösen gutartige, genitale Feigwarzen aus, insbesondere HPV- 6 und HPV-11. Diese können medikamentös oder durch eine Operation behandelt werden.

Während eine HPV-Infektion in der Gebärmutterschleimhaut gut diagnostiziert werden kann, ist eine entsprechende Infektion bei Männern nicht sinnvoll nachweisbar. Daher soll derzeit bei Männern kein HPV-Test durchgeführt werden. Kondome bieten einen geringen Schutz. Um das Risiko für Krebserkrankungen zu senken, empfiehlt sich eine HPV-Impfung daher nicht nur für Frauen, sondern unbedingt auch für Männer.